Stauferburg Hohenecken

Förderverein Burg Hohenecken e.V.

Hildegard war die Tochter des Burgherrn.  Sie war beliebt bei den Bewohnern Hoheneckens und bekannt für ihre Wohltätigkeit. Ein altes Weib sagte ihr voraus, dass ihr Geliebter durch einen Pfeil aus ihrem Köcher sterben würde, was Hildegard jedoch nicht ernst nahm.

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Die Dorflinden, Gerichtslinden, Kirchlinden,
Tanzlinden, Hofbäume, Sagen, Gebräuche und
Ortsnamen zeugen von der jahrhundertelangen
vielseitigen Bedeutung und der mythologischen
und religiösen Symbolkraft der Linden.
Die Linde steht somit für Gerechtigkeit, Liebe,
Frieden und Heimat sowie für Tapferkeit und Sieg
und hat für den Menschen einen ganz besonderen
Stellenwert. Nach überstandenen Kriegen und
Epidemien - wie die Pest im 17. Jh. - gab es den
Brauch, sogenannte Friedenslinden zu
pflanzen.

1877 erließ König Ludwig II. von Bayern eine
Verfügung, wonach Hohenecken, Dansenberg
und Teile der Breitenau eine selbständige katholische
Pfarrgemeinde Hohenecken bilden sollten.
Die erste Pfarrkirche Hohenecken – die heutige
Rochuskapelle – war für die große Zahl der
Gläubigen längst zu klein. Durch Kollekten und
vielfältige Unterstützungen konnte am 12. März
1896 der erste Spatenstich für den Neubau der
Pfarrkirche vorgenommen werden.
Nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit erfolgte am
20. September 1897 die feierliche Einweihung
der nach Plänen des Architekten Ludwig Becker
aus Köln im neugotischen Stil errichteten Kirche
St. Rochus.
Die Steige, beginnend bei der Hildegardstraße
wies bis zum 1. Weltkrieg Kreuzwegstationen auf.
Der Abschluss dieses Weges war oben das Kreuz
auf dem Ostgipfel des Schlossberges (heutiger
Spielplatz), um das sich auch die Sage des
vergrabenen Schatzes rankt.

Die Wasserfassung des Schlossbergbrunnens ist
einzigartig in unserer Region. Sie diente der Trinkwasserversorgung
und bestand aus einem Sickerstollen,
der sich bogenförmig um den Sporn des
Schlossberges erstreckte. Ursprünglich hatte er
eine Länge von mindestens 60 m – heute ist nur
noch ein kurzes Teilstück vorhanden, das vor
wenigen Jahren mühsam saniert wurde.
Aus welcher Zeit der Sickerstollen
stammt ist unbekannt. Aus verlässlichen Quellen
weiß man aber, dass solche Anlagen bereits im
Mittelalter zur Trinkwasserversorgung von Burgen
und Siedlungen gebaut wurden.
Bei besonderen geologischen Verhältnissen sind
einzelne Sedimentschichten des Sandsteinfelsens
wasserführend. Um das Sickerwasser zu sammeln
hatte man den Felsen nahezu senkrecht abgeschrotet
und schmale, leicht ansteigende Sicken
(Gerinne) in die Felssohle eingemeißelt. Talseitig
wurde eine Sandsteinmauer errichtet um die
Anlage mit großen Steinplatten abzudecken.
So entstand ein Stollen der verhinderte, dass das
gewonnene Wasser verschmutzt oder verdunstet.

Die Retzendell hat ihren Namen durch ihre
besonderen klimatischen Verhältnisse - kühl,
feucht aber auch sonnig - erhalten.
Hier wurden in früherer Zeit Flachs- und Leinenfasern
aus den Stängeln der Flachspflanze durch
Tauröste gewonnen, die später zu Leintuch oder
Linnen weiter verarbeitet wurden. Bei der
Tauröste wird das Flachsstroh in Schwadlage auf
dem Boden abgelegt und parallel ausgerichtet.
Durch den Wechsel von feuchtem Tau und anschließendem
Trocknen durch Sonneneinstrahlung
reißt die äußere Pflanzenhaut auf. Bakterien
und Pilze können so in die Stängel eindringen und
zu Fasern aufspalten. In mehreren Arbeitsgängen
wurden sie zu Fäden versponnen und in Leinenwebereien
zu Tüchern verarbeitet.
1771 wurde in Kaiserslautern die erste Tuchfabrik
gegründet mit der auf Espensteig eine große
Bleiche entstand und viele Hohenecker als
Leineweber in Lohn und Brot standen.
Heute ist der ehedem offen gehaltene Talgrund
der Retzendell zugewachsen und verwildert.

1697 im Friedensvertrag von Ryswick war in
Hohenecken eine Kirche verzeichnet, die schon
immer den Protestanten gehörte. Dieses Kirchlein
muss in den Jahren nach der Reformation nach
1565 erbaut worden sein. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg
wird Kaiserslautern am 29.9.1688 von
französischen Truppen eingenommen. In dieser
Zeit wird auch Burg Hohenecken unter General
Bouffleur besetzt, später niedergebrannt und
gesprengt. In diesen Kriegswirren wurde auch die
„untere Kirch“ stark in Mitleidenschaft gezogen ...
Gottesdienste konnte man dort nicht mehr feiern.
So wurde im Jahre 1747 mit Unterstützung des
pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor mit dem Bau
der Rochuskapelle begonnen.
Im Juli 1748 vermeldeten Franziskanermönche,
dass die alte Kapelle von neuem errichtet und
wiederaufgebaut worden sei –ein Indiz dafür,
dass die „untere Kirch“ am gleichen Platz stand
wie die heutige Rochuskapelle.
Die dem Pestheiligen Rochus geweihte Kapelle
steht in Erinnerung an die Pestzeit, die 1666 in
Kaiserslautern grausam wütete.

Hier wurde einst Flachs „geretzt“.
Die Flachs- oder Leinenfaser wird aus den
Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Flachsfasern
gehören zu den ältesten Grundstoffen
menschlicher Kleidung. Als retzen oder rösten –
ursprünglich rotten – bezeichnet man einen
Arbeitsgang zum Gewinnen von Pflanzenfasern.
Hierbei wird der die Fasern verbindende Pflanzenleim
durch Bakterien und Pilze aufgelöst und die
Faserbestandteile in den anschließenden
Prozessen – Brechen, Schwingen, Hecheln –
voneinander getrennt. Die so gewonnenen Fasern
werden zu Garn versponnen und zu Geweben –
Leinen, Leintuch, Linnen – weiter verarbeitet.
Man unterscheidet beim „Retzen zwei
Verfahren: die Feldröste. Hierbei werden die
gerauften Pflanzenstängel zum Trocknen mehrere
Wochen auf einer Wiese ausgelegt.
Ein weiteres historisches Verfahren ist auch die
Kaltwasserröste bei der das Flachsstroh in
Brunnen oder Wassergräben geröstet wurde. Dies
hat dem Retzenbrunnenseinen Namen gegeben.